Private KI-Tools im Fokus der Dentalbranche – ZWP online
Ein Überblick über den Digital Health Report 2026
Der Digital Health Report 2026 von Doctolib offenbart beträchtliche Herausforderungen und Wünsche im deutschen Gesundheitswesen. Durch die Befragung von 1.000 Patient:innen sowie 414 Ärzt:innen und medizinischen Fachkräften durch das Marktforschungsinstitut YouGov wurde ein umfassendes Bild der aktuellen Situation erstellt. Ein zentrales Ergebnis ist, dass 70 Prozent der Patient:innen den langsamen Fortschritt in der Digitalisierung kritisieren. Viele Patient:innen haben dabei bereits auf ärztliche Termine verzichtet, da die Suche nach medizinischer Unterstützung als zu kompliziert empfunden wird. Diese Studieneinsichten verdeutlichen die Diskrepanz zwischen den verfügbaren digitalen Möglichkeiten und der tatsächlichen Nutzung im deutschen Gesundheitswesen.
Die Nutzung von KI im medizinischen Sektor
Ein bemerkenswerter Aspekt der Studie ist die so genannte „Schatten-KI“, die zeigt, dass Ärzt:innen private KI-Tools wie ChatGPT häufiger nutzen als medizinische Fachangestellte. Im Bereich der Recherche nutzen 50 Prozent der Ärzt:innen diese Technologien, während die Quote unter den MFA bei 30 Prozent liegt. Im Durchschnitt verwenden 40 Prozent der Befragten KI-Tools zu Recherchezwecken. Dennoch äußern 54 Prozent der befragten Ärzt:innen und MFA Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Sicherheit. Diese widersprüchlichen Ergebnisse zeigen, dass ein erheblicher Bedarf an zertifizierten, datenschutzkonformen Lösungen besteht.
Patient:innen wünschen sich eine schnellere Digitalisierung
Die Studie zeigt deutlich, dass Patient:innen eine schnellere Digitalisierung des Gesundheitswesens wünschen. 70 Prozent der Befragten geben an, dass die Entwicklung zu langsam vorangeht, und 68 Prozent haben das Gefühl, dass Deutschland im internationalen Vergleich abgehängt ist. Zwei von drei Befragten berichten von Schwierigkeiten, einen Termin zu finden, und weniger als 35 Prozent empfinden die Terminvereinbarung als einfach. Zudem wurden mehr als ein Drittel der Patient:innen in den letzten 12 Monaten als Neupatient:innen in einer Praxis abgelehnt. Diese Frustrationen deuten darauf hin, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um die digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen zu verbessern.
Akzeptanz von KI-gestützten Lösungen bei Patient:innen
Die Bereitschaft zur Akzeptanz digitaler Lösungen ist bei den Patient:innen hoch. 72 Prozent von ihnen würden einen KI-gestützten Assistenten für die Terminvereinbarung nutzen. Auch bei allgemeinen organisatorischen Fragen sind 63 Prozent offen für KI-Unterstützung. Etablierte digitale Dienstleistungen wie die Online-Terminbuchung finden bereits jetzt große Zustimmung: 70 Prozent der Befragten halten sie für hilfreich. Zudem äußern 62 Prozent der Patient:innen den Wunsch nach kürzeren Wartezeiten und einer schnelleren Suche nach Praxen und Terminen. Diese Statistik unterstreicht die Wichtigkeit, die Möglichkeiten der Digitalisierung in der Patientenversorgung weiter auszubauen.
Positive Einstellung der Ärzt:innen zur Digitalisierung
In der Gruppe der Ärzt:innen und MFA zeigt sich eine überwiegend positive Haltung gegenüber der Digitalisierung. 79 Prozent der Befragten betrachten die Digitalisierung als nützlich, wobei der persönliche Kontakt zu den Patient:innen dennoch im Mittelpunkt stehen soll. Trotz dieser positiven Sichtweise haben 60 Prozent Bedenken bezüglich der Genauigkeit von KI-gestützten Diagnosen. Der Einsatz von KI im administrativen Bereich erfreut sich jedoch höherer Akzeptanz: 47 Prozent vertrauen KI in administrativen Aufgaben, während die Skepsis bei medizinischen Entscheidungen noch stark ausgeprägt ist. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, den Fokus auf die Entwicklung vertrauenswürdiger und zuverlässiger KI-Lösungen zu legen.
Fazit: Dringender Handlungsbedarf im digitalen Gesundheitswesen
Zusammenfassend zeigt der Digital Health Report 2026, dass sowohl Patient:innen als auch medizinisches Fachpersonal an einer schnelleren Digitalisierung interessiert sind. Während die Akzeptanz von KI-gestützten Lösungen zunimmt, bleibt die Sorge um Datenschutz und Sicherheit ein zentrales Thema. Die Erkenntnisse der Studie legen den Grundstein für zukünftige Entwicklungen im Gesundheitswesen, die auf einer verbesserten digitalen Infrastruktur und den Bedürfnissen sowohl von Patient:innen als auch von Ärzt:innen beruhen sollten. Der Bericht verdeutlicht, dass es an der Zeit ist, die Potenziale der Digitalisierung vollständig auszuschöpfen.

