Stand: 09.01.2026 08:31 Uhr

Wie viel Gas wird in Deutschland verbraucht? Woher kommt das Gas und wie hoch ist der aktuelle Füllstand der Gasspeicher? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die entscheidenden Daten zur aktuellen Gaslage in Deutschland.

Aktueller Füllstand der deutschen Gasspeicher

Aktuell sind die Gasspeicher in Deutschland zu 51 Prozent gefüllt. Diese Zahl ist besonders bemerkenswert, da sie rund 22 Prozent unter dem Durchschnittswert der Jahre 2017 bis 2021 liegt. Der Rückgang der Füllstände ist auf einen kälteren Winter zurückzuführen, der den Verbrauch erhöht hat. In den Monaten von November bis Februar hat die deutsche Industrie fast so viel Gas verbraucht wie vor dem Beginn des Ukraine-Konflikts im Februar 2022. Dies zeigt einen signifikanten Anstieg des Gasbedarfs in diesem Zeitraum im Vergleich zu den Vorjahren.

Deutschland hat eine Gesamtkapazität von etwa 250 Terawattstunden (TWh) in seinen Gasspeichern. Im Jahr 2024 betrug der gesamte Gasverbrauch in Deutschland rund 850 TWh, wobei der größte Teil in den Wintermonaten genutzt wurde. Die Gasspeicher spielen daher eine entscheidende Rolle, um den erhöhten Verbrauch während dieser kalten Monate auszugleichen.

Gasverbrauch in Deutschland

In der letzten Dezemberwoche 2025 hat Deutschland insgesamt 26 Terawattstunden Gas verbraucht, was einem Anstieg von 11,9 Prozent im Vergleich zu den Werten der entsprechenden Kalenderwochen der Jahre 2018 bis 2021 entspricht. Der Verbrauch von Gas variiert stark je nach Jahreszeit. Während im Sommer der Verbrauch gelegentlich auf lediglich 10 TWh pro Woche sinken kann, steigt er im Winter auf über 30 TWh pro Woche an. Diese saisonalen Schwankungen zeigen die Bedeutung des Gasverbrauchs für das Heizen von Wohnräumen in der kalten Jahreszeit.

Die Daten über den Gasverbrauch stammen überwiegend von großen Verbrauchern wie der Industrie und Kraftwerken, die täglich gemessen werden. Diese werden als Registrierende Leistungsmessung (RLM) bezeichnet und erfolgen durch die Organisation Trading Hub Europe (THE). Im Gegensatz dazu ist die Erfassung des Verbrauchs von Haushalten und kleineren Gewerbekunden ungenauer und wird anhand von Standard-Last-Profilen (SLP) geschätzt, was nachträgliche Korrekturen erforderlich macht.

Herkunft des Gases

In Deutschland wird Erdgas nur in sehr begrenzten Mengen gefördert, insbesondere in den Regionen zwischen Weser und Ems. Der Großteil des benötigten Erdgases wird jedoch aus dem Ausland importiert. Die Hauptlieferländer sind Norwegen und die Niederlande, die die wichtigsten Quellen für deutsche Gasimporte darstellen. Im Vergleich dazu werden über die neu etablierten Flüssiggas-Terminals (LNG) weniger als zehn Prozent des Gesamtbedarfs gedeckt.

Der Import von Gas erfolgt kontinuierlich und ist für die Energiesicherheit des Landes von entscheidender Bedeutung. Die Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen verdeutlicht die Notwendigkeit, die Energieversorgung und die Infrastruktur anzupassen, um potenziellen Versorgungsengpässen vorzubeugen.

Fazit: Aktuelle Lage der Gasversorgung in Deutschland

Zusammenfassend zeigt die aktuelle Situation der Gasspeicher und der Gasverbrauch in Deutschland, dass das Land sich auf einige Herausforderungen einstellen muss. Der Füllstand der Gasspeicher ist ungewöhnlich niedrig, was auf den erhöhten Verbrauch im Rahmen des kälteren Winters zurückzuführen ist. Gleichzeitig bleibt die Herkunft des Gases ein zentraler Aspekt, wobei der Großteil aus Norwegen und den Niederlanden importiert wird. Um auch zukünftig eine stabile Gasversorgung sicherzustellen, sind Investitionen in die Infrastruktur und Diversifizierung der Lieferquellen notwendig.