Rückblick auf die CES: Die deutsche Präsenz im Jahr 2023

Die Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas gilt als bedeutendste Technikmesse der Welt, die in diesem Jahr von einer zurückhaltenden deutschen Präsenz geprägt war. Im Gegensatz zu früheren Veranstaltungen, bei denen deutsche Unternehmen durch beeindruckende Inszenierungen und innovative Produkte auffielen, blieb der Auftritt in diesem Jahr blass. In der Keynote von Siemens-Chef Roland Busch wurde die Bereitschaft deutscher Konzerne für die Nutzung von „Industrial AI“ betont, einem der Hauptthemen der Messe, wobei die Inszenierung jedoch eher nüchtern ausfiel. German Innovation, einst ein Markenzeichen auf der CES, schien in diesem Jahr stark abzunehmen.

Vergangenheit und Wandel der deutschen Messeauftritte

Im Jahr 2015 präsentierte Audi ein Pilotfahrzeug aus dem Silicon Valley in Las Vegas und begeisterte das Publikum. In späteren Jahren sorgte VW-Chef Herbert Diess für Aufsehen, indem er gemeinsam mit Arnold Schwarzenegger eine Keynote über Klimaschutz hielt. Der damalige Digital- und Verkehrsminister Volker Wissing wurde vergünstigt, als er in Las Vegas den CES-Award als „Innovation Champion“ entgegennahm. Solche Auszeichnungen sind für Politiker ein Anlass, um global präsent zu sein und sich ablichten zu lassen. Im Gegensatz dazu fehlte in diesem Jahr das Glanzstück deutscher Innovationen, und die führenden Köpfe der deutschen Delegation waren, abgesehen von Jean Pierre Froehly, dem Leiter der Wirtschafts- und Finanzabteilung der deutschen Botschaft, nahezu abwesend.

Die Bühne des Wettbewerbs und die Dominanz anderer Nationen

In Las Vegas wurde die Bühne von führenden KI-Nationen dominiert, insbesondere von den USA und China. Die wichtigsten Firmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz, wie AMD, Intel und Nvidia, wurden wie Olympiateilnehmer gefeiert. Ihre Auftritte wurden mit Hochspannung und Aufregung erwartet, während die deutsche Seite kaum vertreten war und kein signifikantes Zeichen setzen konnte. Bei den Leistungen der Chiphersteller setzte AMD-Chefin Lisa Su Maßstäbe mit Angaben zur Rechenleistung in Yottaflops, die in Simulationen gesamter Planeten verwendet werden könnte. Zudem wagte China einen starken Auftritt und stellte eine Vielzahl von Robotertechnologien vor, die im Rahmen der KI-Ambitionen des Landes präsentiert wurden.

Die Bedeutung der CES für die Industrie und die Feststellung deutscher Defizite

Ein zentrales Merkmal der CES 2023 war die Zahl der Teilnehmer. Rund 150.000 Besucher tummelten sich auf der Messe. Viele von ihnen waren jedoch nicht dort, um selbst Produkte vorzustellen, sondern um Wissen zu sammeln und Netzwerke zu bilden. Die Aussteller nutzten die Gelegenheit, um sich selbst und ihre Ansätze zu präsentieren, wobei die Wichtigkeit der Kompetenz für zukünftige Technologien im Vordergrund stand. Es zeigte sich jedoch, dass das Fehlen deutscher Entscheidungs- und Innovationskraft eine vertane Chance darstellt, um hier wieder ein starkes Zeichen zu setzen.

Zukunftsperspektiven und die Rolle der digitalen Verantwortung

Die deutsche Digitalminister Karsten Wildberger machte sich im zugeordneten zeitlichen Rahmen der CES Gedanken zur Digitalisierung. Mit einem Genehmigungsplan, der für 2026 4,47 Milliarden Euro für digitale Vorhaben vorsieht, prüfte er die Relevanz des Themas. Während seiner Auftritte in Washington wurde der „AI Action Plan“ der US-Regierung mit einem Investitionsvolumen von 500 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur vorgestellt. Doch trotz dieser ambitionierten Pläne fehlte Wildberger in Las Vegas, was nicht nur als gescheiterte Chance angesehen werden kann, sondern als weiteres Indiz für den abnehmenden Einfluss Deutschlands im globalen Technologiewettbewerb. Die Wahrnehmung Deutschlands auf der CES 2023 ist daher die eines Landes, das Gefahr läuft, den Anschluss an die Spitzenreiter der technologischen Entwicklung zu verlieren.

Fazit: Kognitive Abwesenheit auf der CES 2023

Die Consumer Electronics Show 2023 hat deutlich gemacht, wo Deutschland im internationalen Technologiewettbewerb steht. Anzeichen von Innovationskraft fehlten, und während andere Nationen wie die USA und China deutlich präsenter waren, konnte Deutschland kaum Akzente setzen. Dies wirft Fragen auf zur zukünftigen Rolle Deutschlands in der Welt der digitalen Technologien und der künstlichen Intelligenz. Ein Umdenken und sofortige Maßnahmen sind erforderlich, um die eigenen Kompetenzen zu stärken und nicht den Anschluss zu verlieren.