BioNTech hat die Kontrolle über CureVac übernommen, nachdem es mehr als 86 % der Aktien akquiriert hat. Durch diese Übernahme steht nun der Squeeze-out bevor, der das Ende der Börsenhandlung für CureVac einleitet. Der Kurs der Aktie ist inzwischen weitgehend unabhängig vom allgemeinen Marktgeschehen und folgt jetzt hauptsächlichen technischen Faktoren, die mit dem Übernahmeprozess verbunden sind.

Aktuelle Marktentwicklung und Kursbewegungen

Mit dem Ablauf der Andienungsfrist am 18. Dezember wurde bestätigt, dass BioNTech die Kontrolle über CureVac gesichert hat. Insgesamt wurden 195.341.219 Aktien, was etwa 86,75 % des ausstehenden Kapitals entspricht, angedient. Diese Entwicklung erfüllt die rechtlichen Voraussetzungen für eine vollständige Übernahme, einschließlich des bevorstehenden Squeeze-outs. Der aktuelle Aktienkurs orientiert sich nahezu direkt am vereinbarten Tauschverhältnis von 0,05363 BioNTech-ADS pro CureVac-Aktie. Arbitrage-Möglichkeiten sind nach dem Ende des Angebots weitgehend ausgeschöpft, was zu einer geringen Beweglichkeit des Kurses führt.

Der Kurs von CureVac notiert gegenwärtig bei etwa 4,32 US-Dollar, was leicht unter dem 50-Tage-Durchschnitt liegt und bedeutend über dem 52-Wochen-Tief. Dies deutet darauf hin, dass der Markt zunehmend die Bewertung eines „Take-Private“-Niveaus einpreist. Ein bemerkenswerter Punkt ist die verringerte Volatilität des Kurses im Vergleich zu den vorhergehenden Monaten. Marktbewegungen werden mehr von technischen Faktoren wie Liquidität und Abwicklungsfristen als von fundamentalen Entwicklungen bestimmt. Hierbei bleibt das Handelsvolumen begrenzt, da institutionelle Investoren ihre Positionen meist bereits in der Angebotsphase umgeschichtet haben.

Konsolidierung im mRNA-Sektor

Der Zusammenschluss von BioNTech und CureVac markiert eine strategische Konsolidierung innerhalb des mRNA-Sektors. Zuvor waren beide Unternehmen als Konkurrenten im Wettlauf um die Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen aufgefallen, wobei CureVac inzwischen einen Fokus auf die Onkologie legt. Mit der angekündigten Übernahme bündeln sich nun die Forschungsressourcen unter einem gemeinsamen Dach, was zu einer stärkeren Position im internationalen Markt führen könnte. Für die circa 13,25 % der Aktionäre, die das Übernahmeangebot nicht angenommen haben, wird der Prozess in eine gesetzlich geregelte Phase übergehen. Diese hohe Annahmequote untermauert die Argumentation des Vorstands, dass die CureVac-Aktionäre künftig über BioNTech an einer breiteren Produktpalette und Umsatzbasis teilnehmen werden.

In der aktuellen Phase ist zu beachten, dass der Free Float allmählich schwindet, was dazu führt, dass verbleibende Aktien häufig unterhalb des rechnerischen Angebotspreises gehandelt werden. Hierbei fließen auch der Zeitwert bis zur endgültigen Abfindung sowie die administrative Abwicklung in die Kurse ein. Zusätzlich gibt der derzeitige RSI von 37,9 Aufschluss über den Übergang von einer spekulativen zu einer rein technischen Kursphase.

Zukünftige Schritte: Squeeze-out und Delisting

Ein wichtiger Meilenstein steht mit dem von BioNTech angekündigten Pflichtausschluss der verbliebenen Minderheitsaktionäre im Januar 2026 an. Im Rahmen dieses Squeeze-outprozesses werden die restlichen CureVac-Aktien entweder zu den bestehenden Tauschbedingungen oder zu einem gesetzlich geregelten Barwert abgefunden. Mit dem Abschluss des Squeeze-out- und Delisting-Verfahrens erlöschen die notwendigen Minderheitsbeteiligungen endgültig. Im Anschluss wird erwartet, dass die CureVac-Aktie von der Nasdaq gestrichen wird. Bis zu diesem Zeitpunkt dürfte sich der Kurs eng am rechnerischen Deal-Wert orientieren, während operative Nachrichten aus dem CureVac-Geschäft kaum noch Einfluss auf die Börsenbewertung haben werden.

Stattdessen wird die Kursentwicklung durch den zeitlichen Ablauf des Squeeze-out- und Delisting-Prozesses bestimmt, wobei technische Faktoren weiterhin dominieren. Der Fokus von BioNTech wird darauf liegen, den Integrationsprozess von CureVac zu optimieren, um Synergien zu nutzen und die Wettbewerbsfähigkeit im mRNA-Markt zu stärken.

Fazit: Zusammenführung der Kräfte im mRNA-Sektor

Die Übernahme von CureVac durch BioNTech stellt einen bedeutenden Schritt in der Konsolidierung des mRNA-Sektors dar, der in den kommenden Jahren große Auswirkungen auf die Entwicklungsressourcen und Marktpositionen der beiden Unternehmen haben dürfte. Der Squeeze-out und die darauf folgende Streichung der CureVac-Aktie vom Markt sind zentrale Prozesse, die nicht nur rechtliche, sondern auch finanzielle Implikationen für die verbliebenen Aktionäre haben werden.