Workout Stacking: Bewegung im Alltag integrieren

In unserer schnelllebigen Zeit bleibt oft wenig Raum für regelmäßige sportliche Betätigung. Der Alltag, Stress und unerwartete Verpflichtungen führen häufig dazu, dass der Sport in den Hintergrund gerät. Das Konzept des Workout Stackings bietet eine flexible Lösung, um trotz Zeitmangel Bewegung in den Tagesablauf zu integrieren. Es ermöglicht, sportliche Aktivitäten in kurzen, effektiven Einheiten zu absolvieren, ohne auf ein Fitnessstudio angewiesen zu sein. Ziel dieses Ansatzes ist es, mehr Menschen dazu zu motivieren, aktiver zu werden und ihre Fitness zu steigern, indem sie kleine sportliche ‚Häppchen‘ in ihren Alltag einbauen.

Prof. Ingo Froböse und Fitness-Ökonom Sven Seidenstücker erläutern, wie sich das Workout Stacking konkret umsetzen lässt und welche Vorteile es für die Teilnehmenden mit sich bringt. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, Bewegung nicht als Pflicht, sondern als angenehm empfundene Ergänzung zum Alltagsleben zu gestalten. Insbesondere für Menschen, die eine Sportroutine aufbauen oder nach längerer Abstinenz wieder aktiv werden möchten, stellt dieses Konzept eine ideale Möglichkeit dar, um den Einstieg ins Training zu erleichtern.

Die Grundlagen von Workout Stacking

Workout Stacking kann als eine Art ‚Übungsstapel‘ verstanden werden, bei dem verschiedene kurze Sporteinheiten kombiniert werden. Diese Einheiten sind in der Regel so gestaltet, dass sie etwa 10 Minuten dauern. Sven Seidenstücker beschreibt, dass es sich hierbei um einfache Übungen handelt, die leicht erlernt und durchgeführt werden können. Zu diesen Übungen zählen beispielsweise Kniebeugen, Liegestütze und Übungen mit dem Fitnessband, die alle auf die Verbesserung der Körperkraft und -koordinations abzielen.

Ingo Froböse hebt hervor, dass solche kurzen Trainingseinheiten positiv für die Herz-Kreislauf-Gesundheit sind und die allgemeine Fitness steigern können. Besonders effektiv ist eine Kombination aus kraft- und ausdauerorientierten Übungen, wie Burpees, Seilspringen oder Laufen auf der Stelle. Dies kann auch durch Atemübungen unterstützt werden, um den Geist zu beruhigen und die Konzentration zu fördern. Der flexible Aufbau dieser Einheiten erlaubt es, verschiedene Inputs für die Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System bereitzustellen, was für eine umfassende Fitnessförderung entscheidend ist.

Flexibilität und Individualität beim Training

Der große Vorteil des Workout Stackings ist seine Flexibilität. Es gibt keine starren Vorgaben zur Gestaltung der Einheiten. Je nach persönlicher Tagesform, Zeitbudget und Motivation kann jeder eine individuelle Trainingsroutine zusammenstellen. Man kann mehrere kurze Einheiten hintereinander durchführen, um intensiver zu trainieren, oder diese Einheiten über den Tag verteilen – zum Beispiel eine kleine Einheit am Morgen und eine nach Feierabend.

Das Motto „10 Minuten sind besser als keine Bewegung“ hilft zudem, Druck und hohe Erwartungen zu reduzieren. Diese Herangehensweise macht es einfacher, den inneren Schweinehund zu überwinden und regelmäßig aktiv zu bleiben. Selbst wenn nur zehn Minuten für Bewegung zur Verfügung stehen, ist dies ein Schritt in die richtige Richtung, der langfristig zu größerer körperlicher Aktivität im Alltag führen kann. Vor allem für Anfänger und Personen mit einem vollgepackten Terminplan bieten solche kurzen Einheiten den nötigen Einstieg in eine regelmäßige Bewegung.

Potenziale und Grenzen von kurzen Workouts

Die Frage, ob kurze Workouts tatsächlich effektiv sind, ist von großem Interesse. Laut Sven Seidenstücker können bereits zwei intensive kurze Einheiten pro Woche signifikante Fortschritte im Kraftaufbau erzielen. Zudem fördern kurze, an intensive Belastungen angepasste Einheiten die Integration von Bewegung in den Alltag. Menschen, die mit Workout Stacking beginnen, können so mehr Sport in ihr Leben bringen, weil die Hemmschwelle, etwas zu tun, geringer ist.

Froböse empfiehlt dieses Konzept besonders für Fitness-Anfänger oder Wiedereinsteiger, die sich an eine regelmäßige Sportroutine gewöhnen möchten. Ebenso profitieren Berufstätige mit wenig Freizeit von diesen kurzen Einheiten. Auch wenn das Konzept viele Vorteile bietet, sollten einige Personengruppen vorsichtig sein, insbesondere Anfänger und ambitionierte Sportler, die höhere Trainingsziele verfolgen. Für sie könnte es sinnvoller sein, intensivere Trainingsmethoden zu wählen, da die gewünschten Ergebnisse sonst lange auf sich warten lassen könnten.

Fazit: Effektivität durch Variation

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Workout Stacking eine vielversprechende Methode darstellt, um auch in einem vollen Terminkalender Bewegung zu integrieren. Mit kurzen Workouts können Menschen einen effektiven Zugang zu mehr Aktivität finden. „Wenig Bewegung ist besser als keine Bewegung“ fasst die Grundidee dieses Ansatzes treffend zusammen und ermutigt jeden, sich auch in stressigen Phasen Zeit für die Gesundheit zu nehmen.