Schatten-IT: KI-Nutzung durch Mitarbeiter ohne Genehmigung
Einführung in das Thema Schatten-IT
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) am Arbeitsplatz nimmt rapide zu, insbesondere in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Fachkräfte in diesen Bereichen KI-Tools einsetzen, obwohl dies oft ohne die ausdrückliche Genehmigung ihrer Arbeitgeber geschieht. Dies wirft nicht nur rechtliche, sondern auch ethische und praktische Fragen auf. Bei einem signifikanten Anteil von 77 Prozent der MINT-Professionals in Deutschland erfolgt die Nutzung solcher nicht autorisierten Tools, wie beispielsweise ChatGPT oder Google Gemini, im beruflichen Kontext. Ein ähnlicher Trend zeigt sich international, was die Bedeutung dieser Problematik auf globaler Ebene unterstreicht.
Verbreitung von nicht autorisierten KI-Tools
Die Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, in Auftrag gegeben von der britischen Personalberatung SThree, hat alarmierende Ergebnisse ergeben. Neben der hohen Gesamtzahl der Nutzer gibt es spezifische Nutzungsfrequenzen: Rund 23 Prozent der befragten MINT-Fachkräfte geben an, täglich auf nicht genehmigte KI-Tools zurückzugreifen. Zudem nutzen 29 Prozent diese mindestens einmal pro Woche und 12 Prozent zumindest einmal pro Monat. Diese Zahlen verdeutlichen, dass nicht nur die Anzahl der Nutzer steigt, sondern auch die Regelmäßigkeit, mit der sie auf diese Technologien zugreifen.
Risiken und Herausforderungen durch Schatten-IT
Die Verwendung von nicht autorisierten KI-Tools, oft als „Schatten-IT“ bezeichnet, bringt verschiedene Risiken mit sich. Diese können sowohl für die individuellen Arbeitnehmer als auch für die Unternehmen, die sie vertreten, von Bedeutung sein. Eine der Hauptsorgen ist die rechtliche Problematik. Benutzer könnten unbewusst gegen Datenschutzvorschriften, wie die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), verstoßen. Bei der Manipulation sensibler Daten besteht die Gefahr, dass vertrauliche Informationen, wie Kundendaten oder interne Dokumente, in die falschen Hände geraten. Zudem könnte es durch die Speicherung und Verwendung dieser Daten durch Drittanbieter zu schwerwiegenden Konsequenzen kommen, darunter hohe Geldbußen.
Motivationen für die Nutzung unerlaubter KI-Tools
Die Beweggründe, warum MINT-Fachkräfte nicht genehmigte KI-Tools nutzen, sind vielfältig. Ein erheblicher Anteil von 34 Prozent der Befragten sucht nach Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung, um ihre Arbeit schneller zu erledigen. Ein weiteres wichtiges Motiv ist die Wahrnehmung von Produktivitätsvorteilen, die von drei Vierteln der Befragten festgestellt wird. Zusätzlich spielt die technische Neugier eine Rolle: 29 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass sie durch den Einsatz von KI-Funktionalitäten lernen können, die vom Arbeitgeber oder Team nicht bereitgestellt werden. Diese Faktoren könnten die zunehmende Nutzung unerlaubter KI-Tools in der Arbeitswelt weiter begünstigen.
Fazit: Schatten-IT birgt höchste Risiken, ist jedoch weit verbreitet
Die Nutzung von nicht autorisierten KI-Tools stellt ein wachsendes Problem in der heutigen Arbeitswelt dar, vor allem in den MINT-Berufen. Die hohen Nutzungsraten und die damit verbundenen Risiken erfordern ein Umdenken in Unternehmen, um die Sicherheit sensibler Daten zu gewährleisten und die rechtlichen Rahmenbedingungen einzuhalten. Eine offene Diskussion über die Möglichkeiten und Herausforderungen der Nutzung von KI am Arbeitsplatz ist dringend erforderlich, um einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Technologien zu fördern.

