PowerPoint 2026: Einsatz von KI-Tools versus manuelle Kontrolle
Die Entwicklung der Präsentationssoftware: Automatisierung versus Handarbeit
Die Zukunft der Präsentationssoftware zeigt eine klare Tendenz, die sich in zwei Richtungen spaltet: Auf der einen Seite steht Microsofts KI-Assistent Copilot, der Bildbearbeitungsfunktionen direkt in PowerPoint integriert, während auf der anderen Seite traditionelle Nutzer zu manuellen „Classic“-Werkzeugen zurückkehren. Diese Entwicklung wirft grundlegende Fragen auf, insbesondere im Hinblick darauf, ob Automatisierung oder präzise Handarbeit für die Erstellung effektiver Präsentationen bevorzugt wird. Microsoft hat auf eine wachsende Nutzergruppe reagiert, die KI-Hilfen ablehnt, und führt daher das neue Abo-Modell „Microsoft 365 Classic“ ein, das die volle Funktionalität von bekannten Programmen wie Word, Excel und PowerPoint, jedoch ohne die integrierte Copilot-KI, bietet. Das reduzierte Preisniveau spricht vor allem professionelle Designer und erfahrene Nutzer an, die Wert auf die Kontrolle über jedes Designelement legen und sich lieber auf bewährte Werkzeuge verlassen, als auf algorithmische Vorschläge.
Diese Tendenz wird auch durch die anhaltende Bedeutung des Standalone-Pakets „Office 2024“ gestärkt, das Stabilität bietet und es Nutzern ermöglicht, ihre Fähigkeiten in der manuellen Handhabung von Raster und Layout zu erhalten. Die manuelle Beherrschung dieser Elemente wird von vielen Anwendern nach wie vor als vorrangig betrachtet, was den Wunsch nach Fertigkeiten in der traditionellen Verwendung solcher Software unterstreicht.
Neue Möglichkeiten durch KI-Bildbearbeitung
Microsoft treibt die Automatisierung im Kontext von Präsentationen massiv voran. Ein neuer KI-Bildeditor, der Ende Dezember 2025 ausgerollt wurde, ermöglicht es den Nutzern, Bilder direkt in PowerPoint komplex zu bearbeiten, ohne sie extern vorbereiten zu müssen. Diese neuen Fähigkeiten beinhalten unter anderem generatives Löschen und Freistellen, wodurch störende Bildelemente mit einfachen Klicks entfernt werden können, eine Aufgabe, die zuvor präzises Freihandzeichnen erforderte. Die KI kann den Inhalt der Bilder analysieren und unterstützt die Nutzer dabei, die visuelle Aussage in Harmonie mit dem Inhalt der Folie zu bringen.
Mit diesen Fortschritten verändert sich der Workflow für anspruchsvolle Designprojekte grundlegend, da Designer nun Rohmaterialien einfügen und diese durch die KI sekundenschnell anpassen lassen können. Der vorherige Aufwand für das Zuschneiden und Bereinigen entfällt, was die Effizienz des gesamten Designprozesses erhöht.
Die Verschmelzung von Multimedia und Präsentationen
Die Anforderungen an moderne Präsentationen haben sich erheblich verändert. Berichte, wie jener von Macworld, heben die Bedeutung verbesserter Multimedia-Fähigkeiten hervor, die in den neuen Versionen integriert sind. Die Möglichkeit, Voice-over, Videos und Live-Untertitel direkt in PowerPoint aufzunehmen, erfordert von Designern ein Umdenken. Fortgeschrittene Layouts müssen so gestaltet sein, dass sie „kameratauglich“ sind und Raum für Videofeeds des Präsentators sowie Untertitel bieten. Dies bedeutet, dass Präsentatoren als zentrale Elemente innerhalb des Designs agieren, was spezielle Platzhalter in Templates notwendig macht, um sicherzustellen, dass Videos keine wichtigen Informationen überdecken.
Der hybride Design-Workflow im Aufstieg
Die Entwicklungen und Ankündigungen von Ende 2025 deuten auf einen hybriden Design-Workflow hin, der beide Nutzergruppen bedient. Die „Classic“-Nutzer behalten die Kontrolle über den manuellen Prozess, der für viele Corporate-Design-Vorgaben unerlässlich ist, während die Copilot-Nutzer in der Lage sind, ihre Designs in Rekordzeit mithilfe von KI zu prototypisieren. Diese Einführung ist ein klares Zeichen für den Digital Productivity-Sektor. Sie zeigt, dass der Wert für viele fortgeschrittene Nutzer nicht allein in der Effizienz der KI-Generierung liegt, sondern vielmehr in der Präzision der manuellen Arbeit.
Zukunftsausblick: KI als Partner im Designprozess
Für das erste Quartal 2026 wird die breite Verfügbarkeit des sogenannten „Agent Mode“ erwartet. Diese Funktion wird die unterschiedlichen Arbeitsweise der Nutzer miteinander verbinden. Anstatt nur Inhalte zu generieren, soll die KI als aktiver Partner agieren, der komplexe Layout-Befehle, wie das Einfärben von Überschriften oder das Ausrichten von Bildern, selbstständig umsetzt. Zudem könnte der „Classic“-Plan zu einem Anstieg bei Drittanbieter-Plugins führen. Da Nutzer auf native KI-Funktionen verzichten, könnten spezialisierte Design-Tools zunehmend an Bedeutung gewinnen, die Nutzern helfen, ihre Designs nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.
Die Ergebnisse dieser Entwicklungen deuten darauf hin, dass das Werkzeugset für die professionelle Gestaltung von PowerPoint-Präsentationen noch nie so umfangreich war. Die Nutzer sind nun in der Position, ihren individuellen Weg zur Erstellung von Präsentationen zu wählen.
Fazit: Die Entscheidung liegt beim Nutzer
In der Diskussion um die Zukunft der Präsentationssoftware stehen den Nutzern zahlreiche Möglichkeiten offen. Ob Automatisierung durch KI oder die Rückkehr zu traditionellen Werkzeugen, die Wahl liegt letztlich in den Händen der Anwender. Die sich zunehmend differenzierenden Anforderungen an Präsentationen machen die Auswahl der richtigen Werkzeuge entscheidend für den Erfolg im Präsentationsdesign.

