Entstehung und Einfluss nichtübertragbarer Krankheiten

Die Entstehung von nichtübertragbaren Krankheiten (NCDs) ist ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Genetische Prädispositionen tragen ebenso dazu bei wie der individuelle Lebensstil. Ein gesunder Lebensstil kann nicht nur das Risiko der Erkrankung minimieren, sondern auch die Auswirkungen bereits bestehender Krankheiten mildern. Trotz aller Bemühungen kann es jedoch jeden von uns treffen, an einer solchen Erkrankung zu leiden.

Die Notwendigkeit einer NCD-Strategie

Die Lebenserwartung der Menschen hat sich in den letzten hundert Jahren verdoppelt. Dieser Anstieg ist zurückzuführen auf signifikante Fortschritte in der Medizin, Wirtschaft, Hygiene und Bildung. Soziale Sicherungssysteme haben ebenfalls zur Verbesserung der Lebensqualität beigetragen. Allerdings ist diese Entwicklung nicht ohne negative Auswirkungen geblieben: Die Prävalenz nichtübertragbarer Krankheiten nimmt zu. In der Schweiz sind rund ein Viertel der Bevölkerung von NCDs betroffen, zu denen folgende Erkrankungen gehören:

  • Diabetes
  • Krebs
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Chronische Atemwegserkrankungen
  • Muskuloskelettale Erkrankungen, wie z.B. chronische Rückenschmerzen

Nichtübertragbare Krankheiten stellen nicht nur eine erhebliche Belastung für die Betroffenen dar, sondern auch eine Herausforderung für das Gesundheitssystem. Aufgrund ihrer langen Krankheitsverläufe sind die Behandlungen oft langwierig und erfordern intensive Pflege. Die genannten Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen in der Schweiz. Zusammen verursachen sie etwa 40 Prozent der Gesundheitskosten im Land, was mehr als 50 Milliarden Schweizer Franken ausmacht und rund 80 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben ausmacht. Angesichts der demographischen Entwicklung wird sich dieses Problem vermutlich weiter verschärfen. Um diesem Trend entgegenzuwirken, wurde die NCD-Strategie ins Leben gerufen.

Träger der NCD-Strategie

Die „Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten“ erhält ihren Auftrag vom Bundesrat sowie dem Dialog Nationale Gesundheitspolitik, der als Plattform für den Austausch zwischen Bund und Kantonen dient. Die konkrete Ausarbeitung und Umsetzung der Strategie sind in den Händen des Bundesamts für Gesundheit (BAG), der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) sowie der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFCH). Diese Institutionen bilden die tragenden Säulen der NCD-Strategie und koordinieren die Maßnahmen zur Bekämpfung nichtübertragbarer Krankheiten.

Ziele und Vision der NCD-Strategie

Vision

Das übergeordnete Ziel der NCD-Strategie ist es, die Gesundheit der Bevölkerung zu fördern und die Lebensqualität der Menschen zu erhöhen. Es soll sichergestellt werden, dass mehr Menschen gesund bleiben oder trotz chronischer Erkrankungen eine hohe Lebensqualität erreichen. Ein wesentliches Teilziel ist die Reduzierung der Inzidenz vermeidbarer nichtübertragbarer Krankheiten sowie der damit verbundenen Frühsterblichkeit. Unabhängig vom sozioökonomischen Status sollen die Menschen in die Lage versetzt werden, einen gesunden Lebensstil in einem unterstützenden Umfeld zu pflegen. Die NCD-Strategie hat der Bundesrat als eine der Prioritäten seiner Agenda Gesundheit2030 festgelegt. Weitere Informationen über die spezifischen Ziele, Schwerpunkte und Schritte zur Umsetzung der Strategie sind in der Rubrik „Auftrag, Ziele, Maßnahmen und Steuerung der NCD-Strategie“ zu finden.

Fazit: Die Herausforderung durch nichtübertragbare Krankheiten

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Zunahme nichtübertragbarer Krankheiten eine erhebliche Herausforderung für die Gesellschaft und das Gesundheitssystem darstellt. Die NCD-Strategie verfolgt das Ziel, diese Entwicklung durch Prävention und Aufklärung zu bremsen und die Lebensqualität der Bevölkerung zu verbessern. Durch gemeinsame Anstrengungen von Bund, Kantonen und Gesundheitsorganisationen soll es gelingen, die gesundheitsfördernden Bedingungen zu optimieren und den Einfluss nichtübertragbarer Krankheiten auf die Gesellschaft zu reduzieren.