KI-Weiterbildung 2026: Interaktive Neuerungen erwarten Teilnehmer
Die berufliche Weiterbildung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) erfährt im Jahr 2026 grundlegende Veränderungen. Anbieter setzen verstärkt auf praxisnahe Schulungen und interaktive Formate. Dies bedeutet, dass die Ära der kostenlosen Grundkurse und passiven Videotrainings zu Ende geht. Stattdessen stehen bald neue Programme in den Startlöchern, die sich auf praktische Anwendung konzentrieren.
Von Theorie zu praktischen Anwendungen bei General Assembly
General Assembly (GA) wird im kommenden Jahr vier neue Kernkurse im Bereich KI anbieten. Die Kurse „AI Workplace Fundamentals“ und „AI-First Product Management“ setzen auf eine Lernumgebung, die den Schwerpunkt auf die praktische Anwendung legt. Anstelle klassischer Vorträge müssen die Teilnehmenden reale Geschäftsprobleme in speziellen Sandbox-Umgebungen lösen. Dieser innovative Ansatz soll dafür sorgen, dass theoretisches Wissen effektiver in die Praxis umgesetzt werden kann.
GA-CEO Daniele Grassi unterstreicht die Notwendigkeit, dass das bloße Ansehen von Lehrvideos nicht ausreicht, um die benötigten Kompetenzen zu erlangen. Die neuen Kurse haben das Ziel, durch kohortenbasiertes Lernen und interaktive Laborumgebungen Fähigkeiten wie „Advanced Prompt Engineering“ nachhaltig zu vermitteln. Mit dieser Strategie wird deutlich, dass Zertifikate ohne nachweisbare praktische Erfahrungen in Zukunft an Wert verlieren werden.
Das Ende der kostenlosen Zertifizierungen bei Salesforce
Eine bedeutende Entwicklung in den Personalabteilungen moderner Unternehmen ist das Auslaufen der kostenlosen KI-Zertifizierungen von Salesforce. Diese Möglichkeit war bis zum 31. Dezember 2025 gegeben, nun gehen die Prüfungen wie „AI Associate“ kostenpflichtig in spezialisierte Schulungen über.
Die zukünftigen Programme konzentrieren sich nun stärker auf kostenpflichtige Angebote für die Agentforce-Plattform. Während des Jahres 2025 wurde viel experimentiert, doch der Markt verlangt zunehmend nach Experten, die in der Lage sind, autonome Agenten zu steuern. Unternehmen, deren Mitarbeitende nicht rechtzeitig neue Zertifizierungen erwerben, müssen erhöhte Budgets für Weiterbildungen einplanen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Integrierte Schulungen zur globalen KI-Regulierung
Ein entscheidender Faktor für die neuen Ausbildungsformate ist die steigende Regulierung im Bereich Künstliche Intelligenz. Mit den im August 2025 verabschiedeten Resolutionen der UN zur KI-Governance werden neue Standards festgelegt, die implementiert werden müssen.
Das Konzept der „Responsible AI“ wird im Jahr 2026 eine zentrale Rolle einnehmen und von einem allgemeinen Gebot in eine verbindliche Compliance-Anforderung umgewandelt. Deshalb integrieren neue Trainingsmodule verpflichtende Einheiten, die sich mit ethischen Rahmenbedingungen befassen. Es wird nicht nur Wert auf die effiziente Nutzung von KI gelegt, sondern auch auf das Erkennen von KI-Halluzinationen und möglichen Bias in den Daten, was eine neue Kernkompetenz darstellt.
Handlungsbedarf zur Überbrückung der digitalen Kluft
Der Druck auf Unternehmen, die bestehenden digitalen Kluften zu schließen, ist hoch. Studien zum Jahresende 2025 zeigen, dass Führungskräfte KI-Tools täglich nutzen, während die Nutzungsrate unter Mitarbeitenden teilweise bei unter 20 % liegt. Diese Diskrepanz entsteht häufig aus mangelndem und praxisorientiertem Training.
Die neuen Programme zielen darauf ab, diese Lücke durch gezielte „Use-Case“-Workshops zu schließen. Marktanalysten warnen davor, dass Unternehmen, die diese digitale Kluft im ersten Quartal 2026 nicht aktiv angehen, mit ernsthaften Produktivitätseinbußen rechnen müssen. Zudem besteht die Gefahr, dass nicht genehmigte „Schatten-KI“-Lösungen zum Einsatz kommen, die im gesamten Betrieb Risiken mit sich bringen.
Fazit: Ein Paradigmenwechsel in der Weiterbildung
Der Januar 2026 markiert einen deutlichen Wandel in der beruflichen KI-Ausbildung. Der Fokus verschiebt sich von theoretischem Wissen zu praktischer Erfahrung. In Zukunft wird nicht mehr nur nach dem Kenntnisstand über Systeme wie ChatGPT gefragt, sondern nach den konkreten Möglichkeiten, wie Prozesse automatisiert wurden. Diverse Anbieter, darunter LinkedIn Learning, werden voraussichtlich ähnliche Schritte gehen und ihre Schulungen an interaktive Formate anpassen. Die Zeit der passiven Zuschauer ist abgelaufen.

