KI-Euphorie sinkt: Workslop belastet Mitarbeitende stark
Einführung: Die Herausforderungen durch KI-Tools
Aktuelle Daten zeigen, dass der Einsatz von KI-Tools in Unternehmen ohne entsprechendes Training zu erheblicher kognitiver Überlastung führen kann. Der Jahresbeginn 2026 verdeutlicht diesen Trend. Anstelle von Entlastung sehen sich Unternehmen mit einer Überflutung von minderwertigen KI-Inhalten konfrontiert, die häufig überarbeitet werden müssen. Experten warnen daher vor der Notwendigkeit, Weiterbildung neu auszurichten, um der Herausforderung der mentalen Belastung gerecht zu werden.
Das „Workslop“-Phänomen
Der Begriff „Workslop“ beschreibt die Erzeugung von professionell erscheinenden, jedoch inhaltlich wertlosen Ergebnissen durch KI-Systeme. Die Behebung der damit verbundenen Mängel erfordert oft mehr kognitive Ressourcen als die ursprüngliche Erstellung der Inhalte. Daten zeigen, dass etwa 40 Prozent der Vollzeitbeschäftigten regelmäßig mit „Workslop“ konfrontiert sind. Viele Mitarbeiter verbringen zunehmend ihre Zeit damit, KI-generierte Ergebnisse zu analysieren und auf Fehler zu überprüfen. Diese notwendige Korrekturarbeit verlangt häufig höhere kognitive Fähigkeiten als die ursprüngliche Aufgabenbewältigung, was die erhofften Produktivitätsgewinne zunichte macht. Stattdessen wird die kognitive Belastung lediglich umverteilt.
Unternehmen investieren zwar in KI-Tools, vernachlässigen dabei jedoch oft den Aspekt des effektiven Attention Managements und der mentalen Fitness ihrer Mitarbeiter. Um diesem entgegenzuwirken, empfiehlt sich die Implementierung verschiedener Maßnahmen, die schnell und unkompliziert umzusetzen sind. Ein Beispiel hierfür ist das kostenlose E-Book “Stressfrei produktiv”, das praktische Lernhinweise, Mikro-Pausenpläne und Fokus-Übungen bietet, um die Konzentrationsfähigkeit der Teams zu steigern und Burnout-Risiken zu minimieren.
Kognitive Knauserigkeit und ihre Folgen
Zusätzlich zu den unmittelbaren operativen Herausforderungen sind auch die langfristigen Auswirkungen auf das Gehirn von Bedeutung. Eine Untersuchung des Massachusetts Institute of Technology (MIT) zeigt, dass Nutzer von KI-Tools signifikant geringere neuronale Aktivitäten in den Hirnregionen aufweisen, die für kritisches Denken und Kreativität verantwortlich sind. Dieser Effekt wird als „kognitive Knauserigkeit“ bezeichnet: Das Gehirn gewöhnt sich daran, externe Hilfsmittel zu nutzen und verliert die Fähigkeit, komplexe Probleme eigenständig zu lösen. Diese Erkenntnisse sind prägend für die Personalentwicklung. Es wird notwendig, dass Weiterbildung nicht nur auf die Bedienung von KI-Tools abzielt, sondern auch die „kognitive Fitness“ fördert und das kritische Denken der Mitarbeiter schult.
Der Fokus auf Attention Management
In Reaktion auf die genannten Herausforderungen zeichnet sich ein Wandel in der Trainingsperspektive ab. Anstelle des traditionellen Zeitmanagements rückt das Konzept des Attention Managements in den Vordergrund. Führungskräfte und Mitarbeiter müssen lernen, ihre Aufmerksamkeit als eine begrenzte und wertvolle Ressource zu schützen. Neuartige Trainingskonzepte setzen daher auf „Brain-Friendly Training“, das bestimmte Kernpunkte umfasst. Dazu zählen die Reduktion unnötiger Informationsflüsse, die Einführung wissenschaftlich fundierter Mikro-Pausen von fünf bis zehn Minuten pro Stunde sowie Fokus-Trainings, um trotz häufiger Unterbrechungen eine tiefe Konzentration zu ermöglichen.
Experten betonen, dass die bloße Bereitstellung von Lerninhalten nicht mehr genügt. Stattdessen sind kuratierte, kognitiv wertvolle Lerneinheiten notwendig, die direkt im Arbeitsprozess zur Anwendung kommen können. Diese Entwicklung zeigt, dass schon ganz einfache Maßnahmen einen großen Effekt auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter haben können.
Vom Hype zur Integration
Der Übergang ins Jahr 2026 markiert in vielen Unternehmen den Wechsel von der Einführung von KI-Tools hin zu deren Verfeinerung. Dabei wird die menschliche Komponente als entscheidender Erfolgsfaktor erkannt. Unternehmen, die ihren Mitarbeitern nicht das passende Training zur Handlungsbewältigung und zu kognitiven Belastungen bieten, laufen Gefahr, sowohl in Form von Burnout-Wellen als auch durch nicht entdeckte Fehler in KI-generierten Inhalten massive Einbußen zu erleiden.
Auf dem Markt ist eine Hybridisierung zu beobachten: Technische Skills wie das richtige Nutzen von KI-Systemen werden zunehmend mit „Meta-Skills“, also übergreifenden Fähigkeiten wie kritischem Denken, kombiniert. Diese Entwicklung erinnert an vergangene technologische Umbrüche, etwa die Einführung von PCs, die auch nur durch angepasste Prozesse ihren vollen Produktivitätspotential entfalten konnten. Das Jahr 2026 wird daher möglicherweise als Wendepunkt in der systematischen Anpassung an das KI-Zeitalter gelten.
Fazit: Neue Herausforderungen erfordern innovative Lösungen
Die Nutzung von KI-Tools in Unternehmen bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Es ist entscheidend, dass Unternehmen sich aktiv mit den kognitiven Belastungen ihrer Mitarbeiter auseinandersetzen und entsprechende Trainingsmaßnahmen implementieren. Nur so kann die Produktivität gesteigert werden, ohne dass die mentale Gesundheit leidet. Es gilt, die Weiterbildung neu zu denken und die Aufmerksamkeit und kognitive Fitness in den Mittelpunkt zu rücken.

