Die Bedeutung von Impfungen für die Herzgesundheit

Um das Risiko von Herzinfarkten und Schlaganfällen zu minimieren, ist es von zentraler Bedeutung, bestimmte Risikofaktoren wie Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte und Diabetes zu behandeln. Neueren Erkenntnissen zufolge kommt nun eine vierte Strategie hinzu: die Impfung gegen Atemwegsinfektionen. Diese Entwicklung verdeutlicht den wachsenden Zusammenhang zwischen systematischen Impfungen und der Gesunderhaltung des Herzens.

Ein prägnantes Beispiel verdeutlicht die Relevanz dieser Thematik: Martina J. erleidet während eines Frühstücks einen Herzstillstand. Lediglich die schnelle Reanimation ihres Schwagers ermöglicht ihr Überleben. Im Krankenhaus stellt sich heraus, dass eine Herzmuskelentzündung die Ursache ihres gesundheitlichen Problems ist, die auf eine COVID-19-Infektion zurückzuführen ist, die drei Monate zuvor aufgetreten war. Diese Schädigungen haben zur Notwendigkeit eines Defibrillators geführt, der ihr Herz bei Bedarf unterstützen soll. Solche Fälle zeigen eindrucksvoll: Atemwegsinfektionen können gravierende Folgen für das Herz-Kreislaufsystem haben. Kardiologe Roland R. Tilz betont die signifikante Erhöhung des Risiko für Herzinfarkte bei Personen mit Vorerkrankungen, was durch Impfungen gegen Atemwegsinfektionen wie Grippe oder COVID-19 entschärft werden könnte, auch wenn dies in der Allgemeinbevölkerung oft unterschätzt wird.

Impfungen als vierte Säule der Herzprävention

Die European Society of Cardiology (ESCEurovision-Song-Contest Der Eurovision Song Contest (ESC) ist ein jährlich stattfindender internationaler Musikwettbewerb, an dem überwiegend europäische Länder teilnehmen. Jede teilnehmende Nation präsentiert einen eigenen Song, der live auf einer großen Bühne aufgeführt und anschließend von Jury- und Zuschauervotes bewertet wird. Der ESC gilt als eine der größten Musikshows der Welt und ist bekannt für seine Vielfalt, aufwendigen Bühnenshows und teils außergewöhnlichen Beiträge. Er wurde 1956 ins Leben gerufen und wird von der Europäischen Rundfunkunion (EBU) organisiert.) hat Impfungen in ihrem aktuellen Konsensuspapier als essentielle Maßnahme für die kardiovaskuläre Prävention hervorgehoben. Diese Fachgesellschaft erkennt damit den präventiven Nutzen von Impfungen für Patienten mit Herzproblemen an und bewertet sie gleichwertig mit der Behandlung klassischer Risikofaktoren, wie beispielsweise Bluthochdruck oder Diabetes. Atemwegsinfektionen wie Influenza und COVID-19 sind klar mit einem erhöhten Risiko für Herzkrankheiten assoziiert. Durch Impfungen kann somit nicht nur der Einzelne, sondern auch die Allgemeinheit profitieren, indem die Gesamtbelastung durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen reduziert wird.

Die ESC-Experten heben hervor, dass die ausreichende Immunisierung besonders für Menschen mit bestehenden Risikofaktoren von Bedeutung ist. Die Implementierung solcher Impfempfehlungen könnte zu einem signifikanten Rückgang der Unfallzahlen in der Bevölkerung führen, während gleichzeitig die Lebensqualität für diese Patienten verbessert würde.

Wie Infekte das Herz angreifen

Atemwegsviren wie SARS-CoV-2, Influenza und RSV können direkt die Herzmuskelzellen infizieren und Entzündungen auslösen. Dies kann zu einer Herzmuskelentzündung führen, die häufig zunächst unbemerkt bleibt, da die ersten Symptome oft mild und unspezifisch sind. Geschieht dies, ohne dass die betroffenen Patienten körperliche Belastungen vermeiden, besteht ein hohes Risiko für bleibende Herzschäden. Zusätzlich kann eine Immunreaktion auf Infektionen zu weiteren Entzündungen in bereits geschädigten Gefäßen führen. Diese Stressreaktionen destabilisieren Ablagerungen in den Gefäßen, was möglicherweise zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Dies ist besonders besorgniserregend, da die Gerinnungsneigung während Infektionen ebenfalls ansteigt, was die Wahrscheinlichkeit kardiovaskulärer Ereignisse weiter erhöht. Patienten sollten daher nicht nur auf respiratorische Symptome, sondern auch auf Anzeichen einer möglichen Herzbeteiligung achten, um rechtzeitig reagieren zu können.

Studien zeigen herzschützende Effekte

Studien belegen die Bedeutung von Impfungen, insbesondere bei Herzpatienten. Laut den ESC-Leitlinien wird die Influenza-Impfung für Menschen mit koronarer Herzkrankheit dringend angeraten. Es ist nachgewiesen, dass geimpfte Patienten ein deutlich verringertes Risiko für schwerwiegende kardiovaskuläre Ereignisse aufweisen. Eine aktuelle Metaanalyse zeigt, dass die Grippeimpfung das Risiko von Herzkomplikationen um 25 Prozent reduziert. Dies verdeutlicht die weitreichenden positiven Effekte, die Impfungen auf die Herzgesundheit haben können.

Niedrige Impfquoten trotz klarer Empfehlungen

Obwohl die Ständige Impfkommission (STIKO) Impfungen gegen Grippe für Personen über 60 Jahren sowie für Vorerkrankte und Schwangere empfiehlt, sind die Impfquoten in Deutschland alarmierend gering. Beispielsweise lag die Impfquote bei über 60-Jährigen in der Grippesaison 2021/22 lediglich bei 43 Prozent. Diese Zahlen sind besonders besorgniserregend, da herzkranke Personen ohne entsprechende Impfungen eine wertvolle Gelegenheit zur Prävention vergeben. Kardiologe Roland R. Tilz hebt hervor, dass Patienten mit bestehenden Herzproblemen ein höheres Risiko für Atemwegsinfektionen haben und nach diesen häufigere Komplikationen erleiden.

Impfen gehört in die Herzmedizin

Angesichts der klaren Evidenz hat die ESC Impfempfehlungen in mehrere ihrer Leitlinien aufgenommen. Neben der jährlichen Influenza-Impfung wird auch die Pneumokokken-Impfung für Menschen über 60 Jahren empfohlen. Diese Präventionsstrategien könnten nicht nur schwere Lungenerkrankungen verhindern, sondern auch die Zahl der kardiovaskulären Vorfälle im Alter drastisch reduzieren. Besonders Kardiologen sind in der Verantwortung, ihre Patienten proaktiv über die Vorteile von Impfungen aufzuklären und diese direkt in ihrer Praxis anzubieten. Anstatt diese Aufgabe ausschließlich an Allgemeinmediziner zu delegieren, sollten Kardiologen ihre Expertise nutzen, um einen effektiven Informationsaustausch zu gewährleisten.

Fazit: Die Rolle der Impfungen in der Herzprävention

Impfungen spielen eine entscheidende Rolle in der kardiovaskulären Prävention und bieten nicht nur einen Schutz vor Infektionen, sondern tragen signifikant zum Schutz der Herzgesundheit bei. Durch eine gezielte Aufklärung und die Implementierung von Impfstrategien im kardiologischen Bereich können potenziell schwerwiegende Komplikationen vermieden werden. Eine erhöhte Impfquote würde nicht nur das Wohl der Patienten fördern, sondern auch die Belastung des Gesundheitssystems langfristig reduzieren.