Einführung der Gesundheitsförderung in Deutschland

Am 25. Juli 2015 trat das „Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ in Kraft, was die Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland auf eine neue Ebene stellte. Dieses Gesetz zielt darauf ab, die Gesundheitsförderung besonders in Lebenswelten, wie Kindergärten, Schulen, Pflegeeinrichtungen und Betrieben, zu stärken. Ein zentraler Bestandteil ist die Förderung präventiver Maßnahmen, um langfristig gesundheitliche Chancengleichheit zu schaffen und Risikofaktoren zu minimieren. Die gesetzlichen Krankenkassen haben nun die Verantwortung, präventive Programme in diesen Settings zu koordinieren und zu unterstützen.

Die Zentrale Prüfstelle Prävention, die im Auftrag der Kooperationsgemeinschaft gesetzlicher Krankenkassen handelt, spielt eine entscheidende Rolle bei der Zertifizierung von Präventionskursen. Diese Prüfstelle übernimmt die Aufgabe, die Förderfähigkeit der angebotenen Präventionskurse zu überprüfen, um die Qualität und Effektivität der Maßnahmen sicherzustellen. Damit wird gewährleistet, dass die von den Krankenkassen geförderten Programme auf fundierten Standards basieren und den Versicherten tatsächliche Unterstützung bieten.

Rolle des Verbandes der Ersatzkassen

Der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) hat eine wesentliche Rolle im Bereich der Prävention auf Bundesebene. Er entwickelt Konzepte zur Umsetzung des Präventionsgesetzes und beteiligt sich an der Erstellung von Publikationen, darunter den Präventionsbericht und den Präventionsleitfaden. Diese Dokumente sind nicht nur für die Krankenkassen von Bedeutung, sondern bieten auch wertvolle Informationen für die Versicherten. Der Präventionsbericht bietet Einblicke in die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention und der Gesundheitsförderung.

Zusätzlich unterstützt der vdek Initiativen wie die „Initiative Gesundheit und Arbeit (iga)“, die sich mit der Entwicklung von Präventionsansätzen in der Arbeitswelt beschäftigt. Diese Initiative zielt darauf ab, die betriebliche Gesundheitsförderung zu fördern und eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erreichen. Es ist von großer Bedeutung, dass Unternehmen präventive Maßnahmen ergreifen, um die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden nachhaltig zu sichern.

Leitfaden zur Prävention

Im Rahmen des Präventionsgesetzes wurde der Leitfaden zur Prävention erstellt. Dieser Leitfaden definiert die inhaltlichen Handlungsfelder sowie die qualitativen Kriterien, die für die Leistungen der Krankenkassen in der Primärprävention von Bedeutung sind. Dies umfasst Bereiche wie die Individualprävention, Gesundheitsförderung und Präventionsmaßnahmen in Lebenswelten sowie die betriebliche Gesundheitsförderung. Der Leitfaden soll die Versicherten darin unterstützen, Krankheitsrisiken frühzeitig zu erkennen und der Entstehung von Krankheiten vorzubeugen.

Die Überarbeitung des Leitfadens erfolgte aufgrund der Neufassung der Präventions- und Gesundheitsförderungsziele ab 2019 sowie der zunehmenden Vielfalt an neuen Studiengängen, die interdisziplinäre Ansätze in der Gesundheitsförderung bieten. Die Aktualisierungen wurden in Zusammenarbeit mit verschiedenen Verbänden der Krankenkassen durchgeführt, um sicherzustellen, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen entsprechen.

Präventive Maßnahmen in Pflegeeinrichtungen

Mit der Einführung des Präventionsgesetzes müssen auch in voll- und teilstationären Pflegeeinrichtungen präventive Leistungen angeboten werden. Der Leitfaden zur Prävention in stationären Pflegeeinrichtungen legt dabei die Rahmenbedingungen fest, die es den Pflegeeinrichtungen ermöglichen, Gesundheitsförderung für versicherte Personen anzubieten. Ziel ist es, die gesundheitliche Situation und Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner zu verbessern. Präventive Angebote müssen den spezifischen Bedürfnissen dieser Zielgruppe gerecht werden und durch abwechslungsreiche, zielgruppenspezifische Maßnahmen umgesetzt werden.

Ein Beispiel für ein solches Projekt ist „aktiviert.GESTÄRKT.zufrieden“, das unterschiedliche Maßnahmen innerhalb der fünf Handlungsfelder des Leitfadens zur Gesundheitsförderung integriert. In diesem Rahmen werden Programme entwickelt, die speziell auf die Bedürfnisse der Senioren in Pflegeeinrichtungen abgestimmt sind, um ihre Gesundheit nachhaltig zu fördern. Die Unterstützung der Krankenkassen in dieser Hinsicht ist entscheidend, um eine qualitativ hochwertige Versorgung sicherzustellen.

Fazit: Stärkung der Präventionsmaßnahmen in Deutschland

Die gesetzlichen Änderungen zur Gesundheitsförderung und Prävention in Deutschland bieten eine solide Grundlage für eine nachhaltige Gesundheitsstrategie. Durch die Förderung von Präventionsmaßnahmen in verschiedenen Lebenswelten und die koordinierte Verantwortung der Krankenkassen wird die allgemeine Gesundheit der Bevölkerung gestärkt. Dies beinhaltet sowohl Bildung als auch praktische Unterstützung, um Krankheitsrisiken frühzeitig zu identifizieren und zu minimieren. Die wichtige Rolle von Organisationen wie dem vdek und der Zentralen Prüfstelle Prävention trägt dazu bei, dass hochwertige und zielgerichtete Angebote zur Verfügung stehen, die der Förderung der Gesundheit dienen.