Ein Trend für das neue Jahr: Dry January und alkoholfreies Bier

Zu Beginn eines neuen Jahres nehmen viele Menschen sich vor, gesünder zu leben. Typische Vorsätze beinhalten mehr Bewegung, weniger Zucker und weniger Alkohol. In diesem Kontext gewinnt der „Dry January“ aus Großbritannien zunehmend an Bedeutung. Während dieses Monats verzichten viele Konsumenten bewusst auf alkoholische Getränke und greifen lieber zu alkoholfreiem Bier. Ein Paradebeispiel für die Qualität und Vielfalt alkoholfreier Biere liefert die Schlossbrauerei in Autenried, einem kleinen Ort im Landkreis Günzburg, in dem das Geschäft mit alkoholfreien Sorten boomt.

Die Schlossbrauerei Autenried: Tradition trifft Innovation

In Autenried, einem beschaulichen Pfarrdorf zwischen Ulm und Günzburg, betreibt die Schlossbrauerei seit über 375 Jahren eine traditionsreiche Bierproduktion. Die Brauerei, die vor über 110 Jahren in den Besitz der Familie Feuchtmayr überging, hat sich bis heute zu einem Unternehmen mit rund 85 Mitarbeitern entwickelt. Die Familiendynastie setzt auf Regionalität: Das Brauwasser stammt aus einer hauseigenen Quelle, das Malz wird direkt vom eigenen Hof bezogen, und der Hopfen kommt aus der Hallertau. Diese enge Verknüpfung mit der Region spiegelt sich in den verschiedenen Biersorten wider, die hier produziert werden, darunter Pils, Lagerbier und Weizenbier. Besonders beliebt ist das Urtyp Hell, das für die Brauerei wirtschaftlich von zentraler Bedeutung ist. Die Biere wurden in der Vergangenheit mehrfach ausgezeichnet und genießen einen ausgezeichneten Ruf innerhalb und außerhalb der Region, auch wenn sie bevorzugt nur lokal vertrieben werden.

Der Rückgang des Bierkonsums und die steigende Beliebtheit von alkoholfreiem Bier

Dennoch steht die Branche vor Herausforderungen: Der Bierkonsum in Deutschland sinkt kontinuierlich. Lag der Bierkonsum pro Kopf in den 1970er Jahren noch bei etwa 151 Litern jährlich, beträgt er heute lediglich 88 Liter. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt davor, dass selbst minimale Mengen Alkohol langfristige gesundheitliche Schäden verursachen können. Infolgedessen entscheiden sich immer mehr Menschen für einen bewussteren Umgang mit Alkohol, was sich auch im Markt für alkoholfreie Biere widerspiegelt. Laut dem Deutschen Brauer-Bund ist die Produktion von alkoholfreiem Bier seit 2017 um rund 75 Prozent gestiegen. Im Durchschnitt trinkt jeder Deutsche über acht Liter alkoholfreies Bier pro Jahr, was es hinter Pils und Hell zu einem der beliebtesten Biere in Deutschland macht.

Das Wachstum bei alkoholfreiem Bier

In der Schlossbrauerei Autenried hat sich alkoholfreies Bier fest etabliert. Aktuell macht jedes zehnte verkaufte Bier einen alkoholfreien Artikel aus. Braumeister Matthias Hieber berichtet, dass die Nachfrage so groß war, dass zeitweise Lieferungen ausgesetzt werden mussten. Der Trend zur alkoholfreien Variante ist nicht auf den Dry January beschränkt, sondern zeigt sich das ganze Jahr über.

Die Alleinstellung von Autenrieder alkoholfreiem Bier

Im Wettbewerb mit anderen Brauereien setzt die Schlossbrauerei auf hohe Qualität und ein einzigartiges Brauverfahren, welches es ihr ermöglicht, alkoholfreies Bier herzustellen, das dem Originalgeschmack sehr nahekommt. Anstatt herkömmliche Hefestämme zu verwenden, die üblicherweise nur bestimmte Zucker verstoffwechseln und somit zu einem süßeren Endprodukt führen, wird in Autenried zunächst normales Bier gebraut. Dieses wird anschließend durch eine Membran gepresst, um den Alkohol abzuscheiden. Dadurch bleibt der herbe Geschmack des Bieres erhalten. Der Braumeister betont, dass der Geschmack zwar nicht identisch ist, da Alkohol als Geschmacksträger fungiert, jedoch eine angenehme Geschmacksnote weiterhin vorhanden bleibt.

Fazit: Die Zukunft des alkoholfreien Biers

Über die Jahre hat die Schlossbrauerei Autenried erhebliche Investitionen in neue Technologien und Reifetanks getätigt, um die Qualität ihrer Produkte zu gewährleisten. Das Unternehmen strebt an, in der Region eine starke Marke zu bleiben, während eine deutschlandweite Expansion nicht geplant ist. Die Entwicklungen am Markt deuten darauf hin, dass alkoholfreies Bier künftig eine noch bedeutendere Rolle spielen könnte, da Verbraucher zunehmend Wert auf eine gesunde, genussvolle Lebensweise legen.