Verschiedene Nahrungsmittel in der Übersicht.

Eine ausgewogene Ernährung, die reich an Obst und Gemüse sowie Nüssen und Samen ist, trägt maßgeblich zur Herz- und Gefäßgesundheit bei, während der Konsum von Salz und Zucker reduziert werden sollte.

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Ernährungsforschung: Grundlagen für eine gesunde Lebensweise

Die Ernährung hat einen entscheidenden Einfluss auf Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit. Doch welche Rolle spielen die unterschiedlichen Lebensmittel und deren Inhaltsstoffe im menschlichen Körper? Zudem stellt sich die Frage, wie genetische Dispositionen ernährungsbedingte Krankheiten beeinflussen. Um diese Fragen zu beantworten, ist eine fundierte Ernährungsforschung erforderlich. Die Ergebnisse dieser Forschung sind essenziell, um gesundheitsfördernde Empfehlungen zu entwickeln und innovative Produkte zu kreieren. Eine Herausforderung bleibt dabei, dass solche Produkte von den Verbrauchern angenommen werden und in deren Alltag integriert werden. Die Ernährungsforschung widmet sich daher auch Fragen, wie dieses Ziel erreicht werden kann.

Bundesengagement in der Ernährungsforschung

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) hat sich zum Ziel gesetzt, die Kompetenzen im Bereich Ernährungsforschung deutlich zu stärken. Interdisziplinäre Forschungsansätze sowie der Transfer von Wissen und Technologien zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sind dabei von großer Bedeutung. Besondere Aufmerksamkeit gilt hier kleinen und mittleren Unternehmen aus der Lebensmittelbranche. Um diese Strategie zu unterstützen, wurden regionale Kompetenzcluster ins Leben gerufen, die Hochschulen, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen und Unternehmen zusammenbringen, um gemeinsam Konzepte zur Bekämpfung ernährungsbedingter Krankheiten zu entwickeln. Außerdem fördert das BMFTR das Deutsche Institut für Ernährungsforschung, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ernährungsforschung zu sichern.

Regionale Kompetenzcluster: Forschung für die Praxis

Um die Ergebnisse der Ernährungsforschung effektiv in die Praxis umzusetzen, gründete das BMFTR im Jahr 2015 vier regionale Kompetenzcluster. Diese Cluster erhalten bis zum Jahr 2021 Förderungen in Höhe von bis zu 56 Millionen Euro, um verschiedensten Fragestellungen nachzugehen. Die einzelnen Cluster haben unterschiedliche Schwerpunkte: Der Cluster „NutriAct“ in der Region Berlin-Potsdam entwickelt Ernährungsempfehlungen für ein gesundes Altern. Das Cluster in Bonn, „DietBB“, erforscht das Zusammenspiel zwischen Ernährung und kognitiven Funktionen im Lebensverlauf. In der Region München-Freising-Nürnberg wird im Cluster „enable“ an vollwertigen Fertiggerichten gearbeitet, während das Cluster „nutriCARD“ in Jena-Halle-Leipzig den Fokus auf die Herzgesundheit und entsprechende Ernährungsstrategien richtet.

Nachhaltigkeit und regionale Wertschöpfung

Ein zentraler Aspekt der Arbeit in den Kompetenzclustern ist die enge Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen der Lebensmittelbranche. Diese Vernetzung fördert den schnellen Transfer von neuen Ernährungskonzepten und Produkten in den Alltag der Verbraucher. Durch die Nutzung regionaler Rohstoffe wird zudem die lokale Wirtschaft gestärkt und das Vertrauen der Verbraucher in die Qualität der Produkte gefördert. Darüber hinaus haben die Cluster junge Forschergruppen initiiert, die spezifische Fragestellungen bearbeiten. Dies soll nicht nur die Sichtbarkeit der deutschen Ernährungsforschung erhöhen, sondern auch deren wissenschaftliche Exzellenz weiter ausbauen.

Deutsches Institut für Ernährungsforschung (DIfE): Forschung für die Gesundheit

Das Deutsche Institut für Ernährungsforschung in Potsdam-Rehbrücke ist eine bedeutende Forschungseinrichtung unter der Leibniz-Gemeinschaft. Hier wird intensiv nach den molekularen Ursachen von ernährungsbedingten Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen geforscht. Teil des Instituts ist der Cluster „NutriAct“, der spezifische Ernährungsempfehlungen und Produkte für ältere Menschen entwickelt. Anstatt völlig neue Lebensmittel zu schaffen, liegt der Fokus auf der Anreicherung bereits bestehender Produkte mit Nährstoffen, die für ältere Menschen wichtig sind, beispielsweise pflanzlichen Proteinen und Ballaststoffen.

Gesunde Ernährung im internationalen Kontext

Die europäischen Länder kooperieren im Rahmen von Programmplanungs-Initiativen, um gemeinsam ernährungsbedingten Herausforderungen zu begegnen. Die Initiative „Eine gesunde Ernährung für ein gesundes Leben“ (JPI HDHL) ist darauf ausgerichtet, ernährungsassoziierte Krankheiten zu bekämpfen. Dabei gewinnen länderspezifische Essgewohnheiten und sozioökonomische Faktoren an Bedeutung, um das Zusammenspiel zwischen Ernährung, genetischen Faktoren und Umwelteinflüssen besser zu erkennen und zu nutzen. Durch diese länderübergreifende Zusammenarbeit wird das Ziel verfolgt, innovative Ansätze zur Prävention und Behandlung von ernährungsbedingten Erkrankungen zu entwickeln.

Fazit: Förderung einer gesunden Ernährung durch Forschung

Die Ernährungsforschung in Deutschland nimmt eine zentrale Rolle im Gesundheitswesen ein. Durch die Schaffung regionaler Kompetenzcluster und die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie wird eine Grundlage geschaffen, um gesunde Ernährung in der Bevölkerung zu fördern und ernährungsbedingte Krankheiten zu bekämpfen. Innovative Produkte und maßgeschneiderte Ernährungsempfehlungen können somit erfolgreich in den Alltag integriert werden.