Karamellkeks-Trend: Ganzjähriger Boom für Spekulatius?
Der Karamellkeks: Ganzjähriger Genuss oder saisonales Gebäck?
In den letzten Jahren hat sich der Karamellkeks, früher hauptsächlich mit Winterfesten assoziiert, zu einem beliebten Snack für das ganze Jahr entwickelt. Ob in Cafés, als Beilage zum Kaffee oder in verschiedenen Dessertvariationen – der Karamellkeks ist mittlerweile omnipräsent. Besonders bekannt ist der Biscoff-Keks, der ursprünglich als „Speculoos“ bekannt war und von der Firma Lotus Bakeries hergestellt wird. Diese Kekse zeichnen sich durch ihren karamelligen Geschmack aus, der oft mit Spekulatius verglichen wird. Heute finden sich Aromen und Variationen dieses Geschmacks in Broten, Aufstrichen, Eiscremes und sogar in verschiedenen Kuchenformen.
Ein sehr beliebtes Produkt ist der Biscoff, der in Einzelverpackungen oft auf Tischen von Restaurants und Cafés angeboten wird. Alternativen wie „Caramellino“ oder Produkte unter dem Label „Hellma“ haben ebenfalls an Beliebtheit gewonnen. Selbst in Friseursalons stellt man diese Kekse als Begleitprodukt zu Getränken zur Verfügung. Kürzlich hat die Backwarenkette LeCrobag Croissants mit Biscoff-Füllung im Sortiment aufgenommen, während andere Gastronomiebetriebe Zimtschnecken mit Biscoff-Crumbles anbieten.
Karamellkeks vs. Spekulatius: Gibt es Unterschiede?
Ein häufiges Thema in der Diskussion um den Karamellkeks ist die Frage, ob dieser mit Spekulatius identisch ist. Obwohl viele Produkte als „Spekulatiuscreme“ vermarktet werden, behauptet Lotus Bakeries, dass ihr Biscoff-Keks nicht mit Spekulatius gleichzusetzen ist. Ein Sprecher des Unternehmens erklärt, dass der Biscoff-Keks ganzjährig erhältlich ist, während Spekulatius traditionell nur in der Weihnachtszeit konsumiert wird. Die unterschiedlichen Geschmäcker werden auf vielfältige Gewürze zurückgeführt, die in Spekulatius enthalten sind, wie Muskatnuss, Nelken und Ingwer, während der Biscoff-Keks hauptsächlich auf einer speziellen Rezeptur basiert, die ihm seine charakteristische karamellige Note verleiht.
Die beiden Gebäcke haben zwar ähnliche Grundzutaten, unterscheiden sich jedoch signifikant im Geschmack. Die deutsche Süßwarenindustrie ordnet Spekulatius der Kategorie „Herbstgebäck“ zu und bietet diese von September bis Dezember in großen Mengen an. Im Vergleich dazu ist Karamellgebäck ganzjährig erhältlich und findet sich häufig in den Regalen von Supermärkten, oft neben anderen traditionellen Knabbereien.
Marktforschung und Trends im Gebäckmarkt
Die Beliebtheit von Karamellkeksen und insbesondere von Spekulatius hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Laut den Marktforschern von Nielsen IQ gehören Lebkuchen zu den beliebtesten Herbstgebäcken in Deutschland, gefolgt von Spekulatius. Dieses Gebäcksegment hat in den letzten Jahren einen starken Wachstumstrend verzeichnet, und auch in den kommenden Jahren wird ein Anstieg von Umsatz und Absatz in diesem Bereich erwartet. Der Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder bezeichnet die aktuelle Nachfrage nach Gewürzkeksen als Ausdruck einer Nostalgie für vergangene Feiertage. In einer Welt, die oft von Unsicherheit geprägt ist, sehnt sich die Bevölkerung nach Produkten, die Geborgenheit und Wärme vermitteln – Eigenschaften, die eng mit den typischen Wintergewürzen assoziiert werden.
Die Karamellkekse, die einst saisonal wahrgenommen wurden, gewinnen zunehmend an Bedeutung in diesem Kontext und vermitteln ein Gefühl von Vertrautheit und Sicherheit. Sie werden als „niedrigschwellige“ Snacks beschrieben, die in ihrer Konsistenz und ihrem Geschmack anspricht und weniger die strengen Vorstellungen von Selbstkontrolle herausfordern. Diese Aspekte tragen womöglich zu ihrer anhaltenden Popularität bei, da sie einfach in den Alltag integriert werden können.
Marketingstrategien und der Namen „Biscoff“
Hinter dem Erfolg des Karamellkekses steckt eine durchdachte Marketingstrategie. Seit der Gründung von Lotus Bakeries im Jahr 1932 in Flandern hat sich das Unternehmen bemüht, den Keks als Begleitprodukt zum Kaffee in Gaststätten und Cafés zu etablieren. In den 1980er Jahren wurde der Keks in den USA als „Bordsnack“ bei Airlines beliebt, was seinen Bekanntheitsgrad erheblich steigerte.
Der Name „Biscoff“ leitet sich aus einer Kombination der englischen Wörter „Biscuit“ (Keks) und „Coffee“ (Kaffee) ab und wurde in den 1980er Jahren eingeführt, um den Keks für den internationalen Markt attraktiver zu machen. In den Benelux-Staaten erhielt das Produkt diesen Namen erst vor wenigen Jahren. Diese Namensänderung und die geschickte Vermarktung haben dazu beigetragen, dass Biscoff-Kekse in verschiedenen Variationen, auch als Aufstrich, heute eine breite Zielgruppe ansprechen.
Fazit: Die Evolution des Karamellkekses
Der Karamellkeks hat sich von einem saisonalen Gebäck zu einem ganzjährigen Genuss entwickelt. Trotz der Diskussionen um die Identität im Vergleich zum Spekulatius sind diese Kekse aufgrund ihres einzigartigen Geschmacks und ihrer flexiblen Verwendung äußerst beliebt. Trendentwicklungen und geschickte Marketingstrategien unterstützen diese Popularität, die sowohl Nostalgie als auch Komfort betont. Damit bleibt abzuwarten, wie sich der Markt weiterentwickelt und welche neuen Variationen des Karamellgeschmackes in den kommenden Jahren entstehen werden.

