Beauty-Docs in der Münchner Innenstadt: Spritzen im Einsatz
Eröffnung der Schönheitsklinik „Aesthetify“
Die Sendlinger Straße in der Münchner Innenstadt hat mit der Eröffnung der Klinik „Aesthetify“ von Dr. Rick und Dr. Nick einen neuen Anziehungspunkt für ästhetische Behandlungen gewonnen. Die Klinik erstreckt sich über sechs Etagen und umfasst eine Fläche von 3.500 Quadratmetern, die für ein breites Spektrum an Schönheitsbehandlungen genutzt werden sollen. Vor den Türen der Klinik prangt ein auffälliges Weihnachts-Werbeplakat, das die Aufmerksamkeit der Passanten auf sich zieht.
Die auf dem Plakat abgebildeten Ärzte, Dr. Rick und Dr. Nick, präsentieren sich leger mit Spritzen in der Hand, den Kopf auf die andere Hand gestützt, während sie strahlend lächeln. Dieser fröhliche Auftritt sorgt für gemischte Reaktionen bei den Passanten, was eine Umfrage der Abendzeitung München verdeutlicht.
Öffentliche Reaktionen und Meinungen zur Werbung
Die Eröffnung der Klinik und die dazugehörige Werbekampagne rufen unterschiedliche Reaktionen hervor. Student Yannis (21) äußert sich positiv zu den kreativen Aspekten des Plakats, empfindet jedoch die Gesamtinszenierung als „etwas zu viel des Guten“ und merkt an, dass es eine fehlende Seriosität vermittelt. Seine Bedenken zeigen, wie kritisch einige jüngere Menschen auf den Einsatz ästhetischer Chirurgie in der Werbung reagieren.
Ein weiterer Student, Valentino Schwarz (25), beschreibt die Werbung sogar als beunruhigend. Für ihn gibt es eine klare Trennung zwischen Schönheitschirurgie und festlichen Themen wie Weihnachten. Die auffällige Werbung in der Straße sei omnipräsent und stachele die Diskussion um den verantwortungsvollen Umgang mit Schönheitsoperationen an.
Kritik an der Werbebotschaft
Luise Schneider (24), die die beiden Ärzte aus sozialen Medien kennt, zeigt sich skeptisch gegenüber der Werbeaktion. Sie erkennt an, dass die Ärzte sich bewusst inszenieren, findet jedoch den Umgang mit der Darstellung von Spritzen in Verbindung mit dem Weihnachtsfest problematisch. Die Assoziation von ästhetischen Eingriffen mit Geschenken beeinflusst ihren Eindruck negativ.
Diese Kritiken sind Teil einer breiteren Diskussion über die Methoden der Schönheitsindustrie. Luise erwähnt, dass sie im Allgemeinen kein Fan solcher Verfahren sei. Die Wahrnehmung der Werbung und deren Botschaft ist vielfältig und verdeutlicht, dass das Thema Schönheit und ästhetische Chirurgie nach wie vor polarisiert.
Wachstumspläne der Betreiber
Die Betreiber Dr. Rick (Henrik Heüveldop, 35) und Dr. Nick (Dominik Bettray, 32) haben ehrgeizige Pläne für ihre Klinik. In den nächsten 20 Jahren beabsichtigen sie, insgesamt 70 Millionen Euro in den Standort zu investieren. Bekannt geworden sind die Ärzte durch ihre Streaming-Serie, in der sie sich selbst als „Spritzen-Cowboys“ bezeichnen und dabei einen selbstironischen Umgang mit ihrem Beruf zeigen.
Die Klinik soll sich konsequent zu einem umfassenden medizinisch-ästhetischen Zentrum entwickeln. Der Ausbau sieht vor, in München eine Vielzahl von Behandlungsangeboten zu integrieren, mit dem Ziel, perspektivisch 100 Mitarbeitende zu beschäftigen. Dabei ist bereits eine Erweiterung der Möglichkeiten geplant, darunter auch Operationen durch einen Facharzt für Ästhetische Chirurgie sowie eine separate Praxis für Zahnästhetik.
Fazit: Polarisierung der Schönheitsindustrie
Die Debatte um die neue Klinik und die damit verbundene Werbung zeigt, dass die Schönheitsindustrie nach wie vor kontroverse Meinungen hervorruft. Das Thema Ästhetik, insbesondere in Verbindung mit jugendlichem Ideal und festlichem Marketing, ist eine sensible Angelegenheit, die zu tiefgreifenden Diskussionen in der Gesellschaft anregt. Die unterschiedlichen Perspektiven verdeutlichen, dass der Umgang mit Schönheitsoperationen und deren Vermarktung weiterhin kritisch betrachtet werden sollte.

